Welche Hilfe würden Sie benötigen, um Ihre Fitness zu steigern?

Trainingssteuerung

Homöostase & Superkompensation Jeder Organismus, also auch ein Muskel,
befindet sich in einem biochemischen Gleichgewicht, der sogenannten Homöostase. Jeder Organismus ist grundsätzlich bestrebt, sein Gleichgewicht, beizubehalten, bzw. nach Störungen, wieder herzustellen.

 

Beim Fitnesstraining wird das biochemische Gleichgewicht der Muskulatur gestört, was nachfolgend einen Prozeß in Gang setzt, der über die reine Wiederherstellung des biochemischen Gleichgewichtes aber noch hinausgeht. Um diesen Veränderungsprozeß der Muskulatur in Verbindung mit der Homöostase besser verstehen zu können, hilft der folgende Vergleich:

 

Wenn jemand, der noch nie Tennis gespielt hat, zum ersten Mal zum Tennisschläger greift, zerstört die Reibung des Schlägergriffes die Haut an der Innenfläche der Schlaghand. Das biochemische Gleichgewicht der Haut wird dabei zerstört. Die Handfläche rötet sich, zeigt kleine Risse und ermüdet zunächst stark. Danach kompensiert sie jedoch den erhaltenen Schaden und bildet sich zurück. Es folgt nun die Prozessphase, die man als Superkompensation bezeichnet.

 

Die Haut bildet sich nicht nur zurück. Sie superkompensiert den Schaden und verstärkt sich (Hornhaut), um so dem möglicherweise neu kommenden Belastung, gewachsen zu sein. Kommt kein neuer Reiz, bildet sich die Hornhaut wieder zurück. Genau so verhält es sich vergleichsweise beim Fitnesstraining.

Wird durch Fitnesstraining ein Trainingsanreiz am Muskel gesetzt, wird die Homöostase, das biochemische Gleichgewicht der Muskulatur, gestört, bzw. zerstört. Der Muskel reagiert hierauf zunächst damit, daß er ermüdet.

 

Man kennt dieses Gefühl nur allzu gut. Hat man beispielsweise intensiv auf dem Stepper trainiert, dann werden die Beine danach zunächst richtig müde und schwer. Man fühlt sich zwar aufgrund der intensiven Sauerstoffaufnahme, die durch das Ausdauertraining beim Steppen stattgefunden hat, vitalisiert und vollkommen wohl, aber die Beinmuskulatur wird müde. Man hat Mühe, abends die Treppe hinauf zu gehen. In der zweiten Phase nach dem Training ist der Körper dann bestrebt, sein biochemisches Gleichgewicht wieder herzustellen.

 

Der Muskel (bei gut Trainierten) erholt sich sozusagen über Nacht wieder. Er kompensiert den ihm zugefügten Schaden. Er hat am nächsten Morgen wieder volle Spannkraft und ist so leistungsfähig wie vor dem gesetzten Trainingsreiz. Ist diese Erholungsphase abgeschlossen, folgt nun die dritte Phase der Reaktion des
Muskels auf den gesetzten Trainingsreiz. Er superkompensiert. Er verstärkt sich
und nimmt an Spannkraft, Umfang und Leistungsfähigkeit zu, um so einer
möglicherweise neu kommenden Belastung besser gewachsen zu sein. Das genau ist die Leistungsverbesserung.



Was hat Trainingsteuerung mit Laktatdiagnostik zu tun?

Mit Hilfe der wissenschaftlich exakten Laktatdiagnostik, die seit 40 Jahren im Hochleistungssport Verwendung findet, gelingt es, die individuelle Ausdauer-Leistungsfähigkeit zu bestimmen.

 

Die gängigen Eingangstestverfahren im Fitness-und Rehabereich mit dem Ziel der Beurteilung und Steuerung der Ausdauerleistungsfähigkeit beruhen auf der Ermittlung der Herzfrequenz unter Belastung. Mit verschiedenen rechnerischen Verfahren und Faustformeln wird versucht, auf den gesundheitlich wertvollen aeroben Trainingsbereich zu schließen.

 

All diese Verfahren sind jedoch fehlerhaft, da die Dynamik der Herzfrequenz primär von der Genetik und der Änderung des Energiebedarfs im Muskel (eben dem Laktatverhalten) beeinflusst wird. Mit keinem Testverfahren, welches nur
die Herzfrequenz in Beziehung zur Leistung setzt, kann man diesen Bereich
ermitteln, auch wenn es u.a. die Firmen in Ihrer Werbung vorgaukeln. Kein Hochleistungssportler würde sich einem unwissenschaftlichen"Nur Herzfrequenz- Testverfahren" unterziehen, um seine Leistungs-entwicklung zu vergleichen oder seine Trainingssteuerung zu optimieren.

 

Die Hochleistungssportler in den verschiedenen Ausdauersportarten bedienen sich vielmehr weltweit seit rund 40 Jahren der wissenschaftlich abgesicherten Leistungsdiagnostik um ihre Ziele zu erreichen. Nur mit Hilfe der Blutlaktatkonzentration bei körperlicher Belastung kann man auf die individuelle Stoffwechselsituation schliessen.

 

Und dies ist ganz wichtig, weil für milde aerobe Trainingsbelastungen mit dem Ziel, Kalorien in Form von Fetten zu verlieren und/oder positive Anpassungs-erscheinungen auszulösen, ganz bestimmte individuelle Laktatkonzentrationen einzuhalten sind. Die Höhe der Blutlaktatkonzentration entscheidet u.a. darüber, ob mehr Fette oder Kohlenhydrate für eine gegebene Trainingsbelastung verbraucht werden und wie hoch die Herzfrequenz für das Cardio-/Fettstoff-wechseltraining oder andere Trainingsziele liegt. Das Ausdauertraining nimmt aufgrund seiner gesundheitlich überragenden Stellung einen immer breiteren Rahmen im Fitness-und Rehasport ein:

 

Es gilt das Herzinfarktrisiko zu vermindern, die Qualität des Fettstoffwechsels und des immer höher belasteten Immunsystems zu verbessern, den zu hohen Blutdruck, oft in Verbindung mit Übergewicht, zu reduzieren und den berufs-induzierten Stress durch eine Trainingsbedingte Vagotonie (beruhigende, ausgleichende, HF- absenkende Situation) abzufedern und sich allgemein "besser zu fühlen.



Quelle: Univ.-Prof. mult. Dr. med. Dr. h.c. Wildor Hollmann



Heute informieren und davon ein Lebenlang profitieren!